1) Mediation und Prozess im Vergleich und als Verfahren für Problemlösungen
Die Mediation als Alternative zum Prozess, insbesondere in Familiensachen

Die Einführung der Mediation in unser Rechtssystem ist ähnlich sinnvoll, wie die  des Sicherheitsgurts für Autofahrer in den 70 er Jahren: Vermeidung unnötiger, insbesondere schwerer, Schäden.

Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit, auch für die Kommentare (Berichte von Betroffenen) zum Schluss. Am Ende dieses Anfangsteils können Sie auch direkt dahin kommen, indem Sie rechts – rot markiert – auf „xx Kommentare“ klicken. Das Laden des Artikels kann je nach Leitungsleistung etwas dauern.  Im Abschnitt (etwas weiter) darüber wird der Kostenvergleich behandelt.

Für viele Paare und Familien in schwierigen Situationen  wird es sich lohnen. Die Mediation hat sich auch in verschiedenen anderen Streitbereichen bewährt. Sie ist ein besonderes Verfahren zur Lösungsfindung bei Problemen, Auseinandersetzungen und Streit.

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19) Ein klein wenig stolz bin ich schon.
Bei Google unter dem Suchwort "mediation" und 45 Millionen 300 Tausend Einträge auf Seite 1 an 9. Stelle

Google 1

Googl 2

Übrigens ist das Wort „allparteilich“ in der Definition ganz oben auf dieser Seite unsinnig, wie so manches, was über die Mediation verbreitet wird, auch.

Wie soll das gehen? Heute so, morgen so? Ich bezeichne das als scheinwissenschaftliches Gebrabbel.

Der Mediator hat unparteiisch zu sein. Meinetwegen kann er sich auch als neutral bezeichnen. Er kann auch sagen, dass er eine allseits wertschätzende Haltung gegenüber den Medianden hat.

Das reicht aus.

Ergänzung:  Seite 1 am 15.07.2016 zum Suchwort „mediator“ unter 26 Millionen 400.000 Einträge als erster echter Mediator.

Google 3

18) Aufmerksam zuhören
Eine Übung

Eine  Redakteurin einer Zeitung hat mich einmal böse gerüffelt, dass ich meinen Artikel Nr. 1) mit den Worten begann: „Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit“. Das schrecke nur ab. Hiermit mute ich der Leserschaft genau das nochmals zu. Ich bin überzeugt, Sie werden es nicht bereuen. Der nachfolgende Beitrag ist ja nicht von mir.  Also:  Für Bier, Wein oder sonstiges (Knabberzeug) sorgen (Kinder in’s Bett gebracht), nochmal auf’s Klo gegangen und dann lehnen Sie sich zurück. Und bitte nicht vergessen. Für Sie wird es voraussichtlich recht  lustig  sein. Für mich als Mediator hingegen geht es ohne eine (partei) politische Bewertung einzig um das genaue zuhören um dann vielleicht verstehen zu können, was in unserer Gesellschaft in die falsche Richtung läuft. Und nun, viel Spaß mit

„Große Kleinkunst“

(Die Verbindung zur Mediathek dauert etwas.)

50 Jahre unterhaus.

50 Jahre Unterhaus 1

Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.

Mit besten Grüßen

Bernd Bohnet

 

Zu Artikel 16) „Berlin hilft Eltern finanziell bei Trennungsstreit“
Mit weiteren Analysen von Frau M.

Artikel 16) Der Gedanke, Mediation endlich stärker in die Lebenswelt zu integrieren bzw. Mediation zuzulassen, ist ein längst fälliger Schritt in die richtige Richtung, oder nicht?

Beim ersten Lesen fiel mir auf, dass 100.000,- €/ Jahr wohl einen Tropfen auf dem heißen Stein darstellen. Kann man so valide Beobachtungen machen über Erfolg und Misserfolg staatlich geförderter Mediationen? Immerhin steht Mediation hier auf dem Prüfstand!

Der oben erwähnte Verein ist mir nicht geläufig, die Vermutung von Herrn Bohnet, was verfolgt werden soll, kann ich jedoch nicht von der Hand weisen.

Es beunruhigt mich allerdings mehr, dass ein Team aus Rechtsanwälten, Psychologen und Mediatoren gewählt wurde. Welche Rechtfertigung hat solch ein Team?

Muss die Mediation sich erst beweisen und neben dem mittig sitzenden Mediator wirkt rechts der Jurist und links der Psychologe?

Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was damit bezweckt werden soll. Psychologen haben eine vollkommen andere Auffassung von Konflikten als Juristen. Ein Jurist sieht in aller Regel in einem Konflikt die rechtlichen Ansprüche und potentielle Mandaten, die eine Vertretung brauchen. Welche Rolle kommt nun dem Mediator in diesem Dreiergespann zu?

Hier mag das Prinzip „viel hilft viel“ attraktives Werbemittel sein. Kritiker werden an dieser Stelle entgegnen: „Viele Köche verderben den Brei.“

In der Mediation gibt es bereits seit Jahr und Tag die Möglichkeit der Co-Mediation (meist arbeiten zwei Mediatoren im Team), die Vermittler können sich somit austauschen, regulieren, ergänzen. Häufig haben beide Mediatoren nicht denselben Grundberuf, weswegen auch Ansichten unterschiedlicher Professionen im Einklang gebracht werden müssen und dies kann dem Verfahren dienlich sein.

Außerdem: Ein wenig erfahrener Vermittler, könnte beispielsweise von einem sehr erfahrenen Mediator profitieren. Ein Dritter würde evtl. als stiller Beobachter auftreten, denn alleine das Zusehen kann am Anfang der Karriere sehr hilfreich sein und es entsteht keiner Partei ein Schaden.

Das wäre eine mögliche Alternative zu obigen Expertenteam.

Eine letzte Anmerkung möchte ich mir erlauben: Die theoretische Ausbildung der meisten Träger BAFM, DGM, BMe.v. ist in ihrer fachlichkeit nicht zu kritisieren und auch die aktive Betreuung der Studenten ist individuell und nah, im Gegensatz zu den Massenstudiengängen an Präsenz-Universitäten.

Eines kann jedoch keiner der Verbände garantieren: Die Kunst der Mediation im wirklichen Leben praktizieren zu können.

Diese Fertigkeit muss jeder Vermittler eigens erlangen, erreichen, erarbeiten.

An dieser Stelle sehe ich den Gesetzgeber im Fokus, denn es gibt keine verbindlichen Auflagen für die Ausbildung im Hinblick auf die Praxis.

Es wäre schön, wenn praktische Fähigkeiten ernsthaft in das Berufsbild des Mediators einbezogen und hierfür auch eine Grundlage geschaffen würde. Aktuell sieht es nämlich so aus, dass man bei der Erlangung des praktischen Handwerks hauptsächlich auf sich gestellt ist. Damit meine ich nicht, dass man als junger Mediator so naiv ist zu glauben, man würde an die Hand genommen.

Es ist allerdings eine große Herausforderung ein Netzwerk zu schaffen aus Mentoren, von denen man wirklich lernen kann.

Vielen Dank

M.

Sehr geehrte Frau M.

Vielen Dank für Ihren Beitrag, der mir zeigt, dass Sie die Grundprobleme der Mediation bei uns scharfsinnig und realistisch einschätzen. Sie wird allenthalben weit unterschätzt und wenn Sie schreiben, dass „viel hilft viel“ (bzw. eben nicht) und dafür die Frage stellen, ob nicht eher gilt: „Viele Köche verderben den Brei.“, dann sind Sie der harten Realität näher, als Sie vielleicht glauben. Sie haben das natürlich feinsinniger ausgedrückt. Ich werde dazu noch Klartext schreiben.

Ich stimme Ihnen u.a. auch vollkommen zu, wenn Sie schreiben:

„Eines kann jedoch keiner der Verbände garantieren: Die Kunst der Mediation im wirklichen Leben praktizieren zu können. Diese Fertigkeit muss jeder Vermittler eigens erlangen, erreichen, erarbeiten.“

Das ist schlicht und einfach richtig!

Auch wenn ich den von Ihnen beschriebenen Weg nach vielen Jahren noch nicht zu Ende gegangen bin, werde ich gerne, soweit ich kann, hilfreich sein und (die Mediation stammt aus der Steinzeit) vorläufig eine „moderne“  Version der Hoffnung(?) einbringen: (Es geht vorwärts …)

Vielen Dank

Bernd Bohnet

17) Das kostenlose Informationsgespräch – wo ist das Problem?
Allenfalls der Mediator hat da ein Problem. Für die Betroffenen ist es ein Service.

Fast alle Mediatoren sind im Interesse der Bekanntmachung der Mediation bereit, das Vorgespräch, das nur dann einen Sinn macht, wenn dabei die Sache soweit besprochen wird, dass ein Entwurf eines Mediationsvertrags gefertigt wird, damit die Betroffenen überhaupt eine Entscheidung treffen können, ob sie sich auf eine Mediation einlassen wollen. (Dies trifft allerdings auch auf den Mediator zu!)

Was ist schon dabei, Familienangelegenheiten und andere Schwierigkeiten in privater, unverbindlicher Weise, kostenlos und diskret, einmal formlos und unter neutraler Führung auf bessere Möglichkeiten hin zu überprüfen, als teure und nervenaufreibende rechtliche Auseinandersetzungen mit ungewissem Ausgang anzufangen. Die Entwicklung eines rechtlichen Streits endet sehr oft in einem ruinösen Desaster. Das muss nicht sein!

Eine solche Einführung entspricht der Phase 1 des Mediationsverfahrens und ist eigentlich kostenpflichtig und wenn der Richter nach § 135 oder 156 FamFG ein kostenloses Beratungsgespräch anordnen (!) und dabei den Mediator benennen kann, so ist das dem Umstand zu verdanken, dass der Richter weiß, welcher Mediator dazu bereit ist. Ansonsten käme nämlich eine gesetzlich vorgesehene Nötigung des Mediators in Frage und diese liegt nur deshalb nicht vor, weil der „angestrbete Zweck (nicht) als verwerflich anzusehen ist.“ (Abs 2) und zudem der Richter vom Einverständnis des Mediators weiß.

Letztendlich verhält es sich hier so, wie bei einem Arzt, der einen Eingriff beim Patienten vornimmt und damit Körperverletzung beghet und nur deshalb nicht bestraft werden kann, weil das Einverständnis des Patienten vorliegt.

Der Service für die Streitparteien.

Die Zurückhaltung und Skepsis, die viele Streitparteien der Mediation entgegen bringen, kann (hat) viele Ursachen haben. Eine der Hauptgründe liegt darin, dass die Menschen seit Ende des 19. Jahrhunders  daran gewöhnt sind, Streitigkeiten gerichtlich auszutragen. Ganz entgegen der davor jahrhundertelangen Übung, wo Rechtsstreitigkeiten im Normalfall in mediativer Weise, wenn auch unter anderen Namen und von anderen Personen, beigelegt wurden.

Dies wird hier noch ein gesondertes Thema sein.

Jedenfalls: Wer den Service des Informationsgesprächs, das aber auch tatsächlich von einem Mediator erfolgen muss – sonst ist es sinnlos – nicht in Anspruch nimmt und gleich lieber Briefe von Rechtsanwälten schreiben lässt, braucht sich danach über die oft schmerzhaften Folgen nicht zu beklagen. Ich hatte schon einige Paare bei mir, wo Beide Betroffenen oder auch nur eine Seite bereits eine Scheidung im prozessualen Streit hinter sich hatten, und derartiges nicht noch einmal erleben möchten.

16) Berlin hilft Eltern finanziell bei Trennungsstreit
Wie? Und was steckt dahinter?

Neueste dpa – Meldung –  Berliner Morgenpost

29.02.2016, 05:51

http://www.morgenpost.de/berlin/article207101473/Berlin-hilft-Eltern-finanziell-bei-Trennungsstreit.html

Berlin hilft Eltern finanziell bei Trennungsstreit

Wenn sich Paare trennen, leiden oft auch die Kinder darunter. Mit einem Pilotprojekt soll deshalb erkundet werden, wie sich Familienstreitigkeiten in Berlin ohne Gerichtsurteil klären lassen. Anliegen sei, mit einer Mediation einen aufreibenden und teuren Rosenkrieg bei der Trennung von Paaren zu vermeiden, sagte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU). Es sei besser, in Gesprächen mit professioneller Unterstützung einvernehmliche Lösungen zum Wohle betroffener Kinder zu finden.

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15) Mediation geht vor Beratung
Gesellschaftliche Veränderungen bedürfen adäquater Antworten auf die Probleme, die dadurch entstehen.

Im ersten Artikel dieses Blogs wurden u.a. die wesentlichen Unterschiede zum Prozess dargestellt. Ich füge die drei diesbezüglich grundsätzlich wichtigsten hier noch einmal nacheinander ein und hoffe, dass sich so ein kompakteres und übersichtlicheres Bild ergibt. Dann folgen einzelne Gebiete.

Grafik 15) a)

grundstrukturprozessmediation

Grafik 15 b)ablauf2ganzGrafik 15 c)

vergleich3

 

Mediation bei Schwierigkeiten in Umgangssachen

Hier zunächst eine Grafik, die die Grundproblematik darstellen soll und die eigentlich nicht nur der Fachwelt bekannt sein dürfte. Trotzdem zunächst einmal. Sie trifft auf die ganz überwiegende Zahl der Fälle zu.  Es gibt allerdings auch Situationen, wo dieses einfache Schema, das nicht nur Vorsätze, sondern auch Fähigkeiten oder Charaktereigenschaften zur Voraussetzung hat, keine Gültigkeit haben kann. Diese sind gesondert zu behandeln, besonders, wenn äußere Umstände zur Wirkung kommen.

Grafik 15 d)

paarelternebene

Ich habe noch nie eine Mutter oder einen Vater  sagen hören, dass ihr oder ihm das Wohl der Kinder im Zuge einer Trennung egal seien. Nein! Auseinandersetzungen „solle/dürfe ‚ net auf die Kinner gehe“. Wie kommt es dann aber, dass Gerichte, Jugendämter, Beratungsstellen, Psychologen, Gutachter, Ärzte, Psychosomatische Kliniken und Psychiatrien u.a. ständig damit beschäftigt und bemüht sind, die Nichteinhaltung der edlen Vorsätze der Eltern in den Griff zu bekommen?

Die Hauptursache liegt darin, dass nicht versucht wurde oder es nicht gelungen ist, das Verhältnis der Eltern auf der Paarebene soweit zu befrieden, dass diese wenigstens auf der Elternebene angemessen kommunizieren können. Auch im Hinblick auf den Versuch des Berliner Justizsenators, den ich oben (Beitrag 16) beschrieben habe, sei nun eine Grafik eingefügt, die zeigen soll, dass man nicht in naiver Weise davon ausgehen kann, eine Mediation sei umso einfacher, je weniger Gegenstände sie betreffe. Gerade für Sorgerecht, Umgang und Unterhalt trifft dies nicht zu! Im konkreten Einzelfall wird man diese Sachen kaum isoliert behandeln können.

Grafik 15 e)

Störungen auf der Elternebene ...

Die (ursächlichen) Möglichkeiten bei Sorgerechts- Umgangs- und Unterhaltssachen sind so vielfältig, wie in sonst kaum einem Bereich auf der Paarebene. Sie haben sowohl historische, als auch Gründe, die in der gesellschaftlichen Entwicklung (besonders seit der Scheidungsreform 1977) liegen. Sie verlangen dem Mediator mehr Empathie, Geduld, Ausdauer und mediatorisches Geschick ab, als zum Beispiel eine Vermögensauseinandersetzung zur Beendigung einer Zugewinngemeinschaft.

Fortsetzung 18.03.2016

Die oben aufgezählten Personen und Institutionen (es gibt noch wesentlich mehr „Bemühte“) versuchen, Umgangsschwierigkeiten in Trennungssituationen und Kämpfe auf diesem Gebiet  hauptsächlich mittels Symptombehandlung  durch Recht (Gerichte) Beratung (psychologisch) oder Heilung (Therapieformen) zu verbessern.

Das Mediationsverfahren beschäftigt sich zunächst mit dem Paarkonflikt und mit den Personen, die von diesem Konflikt betroffen sind und bemüht sich, den Beteiligten zu ermöglichen, die Entwicklung bis zur aktuellen Situation zu verstehen.

Mediation = Verstehen vermitteln!

Keine wissenschaftlichen (meist pseudowissenschaftlichen) „Erkenntnisse“ (bis hin zur Esoterik) oder Aufzählung von Umgangsmodellen, so, als wenn man sich solche wie aus einem Katalog aussuchen müsste und was nicht im Katalog steht gibt es nicht oder ist nicht gut, können da weiter helfen.

Die einzigartige individuelle Situation der Konfliktbetroffenen wird dabei außer Acht gelassen.

Überhaupt ist hinsichtlich Ratschläge größte Vorsicht geboten und sie sind im Allgemeinen auch überflüssig.

Die in Deutschland weitgehend praktizierte Symptombehandlung vieler einzelner Hilfsbeteiligter mit teilweise völlig unterschiedlichen Ansätzen oder nur Derivate auf der Grundlage von Karl Rogers (dort ist der Unterschied besonders im pekuniären Bereich gegeben) unter Ignorierung der fachgerechten Mediation, hat, was eine sinnvolle Reaktion auf die gesellschaftliche Entwicklung in neuerer Zeit betrifft, Deutschland an den hintersten Platz in Europa gebracht.

Das „Gesetz zur Förderung der Mediation …“ (2012) hat bewirkt, dass uns dieser Platz auch noch lange sicher ist.

Die Familie steht unter dem besonderen Schutz des Staates? Für mindestens 1/3 der Familien (Scheidungsfamilien) gilt dies bei uns nicht. Da sollten die verantwortlichen Ministerien einen Blick nach Österreich (Artikel 9 I), der Schweiz (Artikel 9 II) oder Frankreich (Artikel (9 III) werfen. Besonders das Bundesministerium für Familien, aber erst recht die entsprechenden Ministerien der Länder bis hin zu den regional zuständigen Dezernaten.

Ich habe noch nicht erlebt, dass, wenn die Paarebene ausreichend befriedet werden konnte, es irgendwelche gravierende Umgangsschwierigkeiten gab. Dagegen, werden sie unter großem Aufwand und weiterer Eskalationen gerichtlich ausgetragen, muss dies oft sehr teuer bezahlt werden. Mit Schäden bei den Kindern, die man dann mit hohem finanziellen Aufwand therapeutisch, ärztlich, in Heimen und letztendlich im Gefängnis oder Psychiatrien versucht zu „reparieren“. Die Spätfolgen sind unabsehbar.

Die Mediation bietet keine Erfolgsgarantie: Sie aber nicht einzubeziehen oder gar vorsätzlich auszugrenzen bzw. zu ignorieren verstößt nicht nur gegen den Verfassungsauftrag, sondern auch gegen christliche Ethik. Und zu dieser hat sich unser Staat sogar in der Präambel zum Grundgesetz verpflichtet. Sie beginnt mit den Worten: „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, …“.

14) Der Güterichter
Die Tätigkeit des Güterichters (auch als Mediator) ist verfassungswidrig

Da mein Blog eine sehr weite Verbreitung gefunden hat, und nicht nur Deutschlandweit gelesen wird, worauf es mir allerdings besonders ankommt, (ansonsten noch in 44 Ländern), möchte ich etwas los werden, was mir von besonderer Bedeutung erscheint. Vielleicht haben die Leserinnen und Leser schon bemerkt, dass die Gerichte immer wieder Presseartikel über Richter veröffentlichen lassen, die auch Mediationen durchführen. Die Presse ist für so etwas eben leichter zu begeistern, wenn z.B. ein Gerichtspräsident verkündet, dass an seinem Gericht Güterichter auch Mediation machen – und dies kostenlos -, als wenn ein einzelner Mediator von kostenpflichtigen außergerichtlichen Mediationen berichten kann oder darf.

Dabei wurde der Güterichter von den Politikern mit dem Argument in die Welt gesetzt, dass die Mediation als solche in der Bevölkerung bekannt gemacht wird. Keinesfalls, dass sie Aufgabe von Richtern sein soll.

Zwischenzeitlich hat die Realität die eigentlichen Motive zutage treten lassen. Der Güterichter dient nur dazu, den Druck auf die Parteien zur Vergleichsbereitschaft zu erhöhen.

Ich habe in keinem einzigen der zahllosen Artikel von Justizministern und Gerichtspräsidenten über (ihre) Güterichter gelesen, dass sich die Parteien den Weg und die Kosten (bei einem Streitwert von 30.000,- mit Vergleich mindestens 9.430,66) hätten sparen können, wenn sie vorher eine erfolgreiche außergerichtliche Mediation gemacht hätten. Selbst bei einer erfolglosen Mediation, was sich normalerweise spätestens nach der 2. Phase, also der ersten richtigen Sitzung (250 – 500 €) herausstellt, fällt das nicht mehr besonders ins Gewicht und ist zudem sehr unwahrscheinlich, wenn eine sorgfältige Vorbesprechung stattgefunden hat.

Deutschland ist nicht nur das einzige Land in Europa, das Pfründe über ein Rechtsdienstleistungsgesetz sichert, sondern auch systematisch in verfassungswidriger Weise Rechtsprechung verhindert!

Hier ein Ausschnitt meiner diesbezüglichen Kommentierung:

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13) Und nochmals stimme ich uneingeschränkt zu
Die Mediation muss bei den Bürgern bekannt gemacht werden.

Auf der Veranstaltung zur Mediation im Landgericht Arnsberg (hier klicken) war der obige Untertitel praktisch das Ergebnis.

Sie, Herr Patrik Sensburg MdB führten aus: „Nach Einführung des Gesetzes ist wichtig, dass die Möglichkeit der Mediation den Bürgerinnen und Bürgern bekannt ist, so dass sie hiervon Gebrauch machen können. Wenn das gelingt, dann wird die Mediation in Deutschland Erfolgsgeschichte schreiben“

Und wenn es nicht gelingt?

Ich mache mich keineswegs darüber lustig, gerade nicht auf Sie bezogen, denn ich habe miterlebt, wie Sie sich nicht nur im Bundestag, sondern schriftlich und auch sonst bei jeder Gelegenheit für das Mediationsgesetz eingesetzt haben. Letztmalig auf einem Kongress im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages, als es um die vertrackte Situation ging, dass der Bundesrat auf Initiative und  Zusammenwirken aller LänderjustizministerInnen jeglicher Couleur gegen den einstimmigen(!) Beschluss des Deutschen Bundestages Einspruch eingelegt hatte und die ganze Sache im Vermittlungsausschuss landete. Dort kam dann das bis heute äußerst umstrittene Ergebnis heraus, daß der „Güterichter“ ins‘ streitige Verfahren implementiert (platziert) wurde.

Aber, wer verbreitet jetzt die außergerichtliche Mediation?

Einzelne Personen, wie ich, mit meinem Blog? Na, das wird wohl nicht ganz reichen. Ich glaube langsam, wir befassen uns besser mit der Frage: „Und wenn es nicht gelingt?“ Dann steht für mich fest: Deutschland hat zum Schaden der Familien und besonders der Kinder wieder einmal eine große Chance verpasst. Diesbezüglich wird Art. 6 Grundgesetz immer mehr zur reinen Floskel!

 

 

11) a) Zu den ZDF Berichten vom 11.01.16
Eine Verniedlichung der Mediation

Ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen, hier einige Anmerkungen, die sich darauf beziehen, dass der Bericht die Mediation in einem falschen Licht erscheinen ließ.

Die Familienmediation ist kein Friede-Freude-Eierkuchen-Verfahren. Hier waren sich das Paar über das Ergebnis der Vereinbarungen praktisch schon einig und es galt nur noch die einzelnen Modalitäten auszuhandeln. Diese lagen offensichtlich in dem Bereich der Ausgewogenheit der Betreuung der Kinder, was zur Folge hat, dass keine Unterhaltsansprüche anfallen sollten (in der Fachsprache nennt man das „Junktim“, was bedeutet, dass zwei rechtlich verschiedene Bereiche zusammen geregelt werden sollen).

Abgesehen von einigen anderen Abweichungen von der Realität (Outfit des Paares – Procedere …) wurde von der Rechtsanwältin behauptet, dass sich viele Paare oder Parteien „streiten wollen“ (und meinte wohl damit, dass anwaltschaftliche Vertretung notwendig sei).

Dies halte ich für eine grundfalsche Aussage!

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9 III) Frankreich – Familienmediation – Mediation
Eine Entwicklung für die Praxis mit handfesten Ergebnissen

Noch bevor die EU – Richtlinie zur Mediation am 13. Juni 2008 in Kraft trat, hatte sich in Frankreich eine ganz besondere Entwicklung ergeben, die der Familienmediation sehr zugute kam. Dies berichtete eine („schon“ pensionierte) Richterin aus Frankreich am internationalen Kongress der Integrierten Mediation am 01.11.2008 in Koblenz.

Zunächst betonte sie, dass es für allgemeine Mediationen zwar  Qualifikationsnachweise bedurfte, für die Familienmediation aber ein spezielles Diplom mit hohen Anforderungen erworben werden musste (im übertragenen Sinne wie heute in Österreich).

Dass es damals schon viele praktische weibliche Mediatorinnen gab, lag an dem Umstand, dass eine Richterin, wenn sie ein Kind bekam, 3 Jahre früher in Pension gehen konnte, beim 2. weitere 2 Jahre und dto. beim 3. Kind.  Die Referentin begann ihre spezielle Ausbildung zur anerkannten Familienmediatorin mit 53 Jahren.


Die weitere Entwicklung,  bis zum heutigen Stand, schildert Dorothea Seckler, Paris, eindrucksvoll und präzise in Ihrem Beitrag: „Allons enfants à la médiation …Ein Blick nach Frankreich –“ (rot = Link).

Der erfrischend unverholene Nationalstolz mit Seitenhiebe auf die deutsche Trägheit sei ihr von mir zugebilligt und ist für Deutschland auch beschämend. Deshalb sei der Artikel hier zitiert und einige entscheidende Punkte hervorgehoben:

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